Steuerliche Förderung der Riester Rente2017-01-26T02:39:47+00:00

Steuerliche Förderung der Riester Rente

Viele Sparer, die eine Riester Rente abschließen möchten, denken zunächst nur an die Zulagen. Dabei ist die Riester Rente in erster Linie eine steuerlich geförderte Altersvorsorge.

Familien mit mehreren Kindern können einen hohen Zulagenanspruch geltend machen, Alleinstehende profitieren von den Zulagen eher wenig. Gerade für Singles mit gutem Einkommen ist daher insbesondere die steuerliche Förderung der Riester Rente interessant.

So funktioniert die steuerliche Förderung der Riester Rente

Beiträge zur Riester Rente können im Rahmen eines eigenen Sonderausgabenabzugs steuerlich geltend gemacht werden. Der maximale Sonderausgabenabzug für Beiträge zur Riester-Rente beträgt 2.100 Euro.

Wenn Sie Ihre Beiträge zur Riester Rente in Ihrer Einkommenssteuererklärung angeben, prüft das Finanzamt im Rahmen der Günstigerprüfung automatisch, ob Ihnen eine Steuererstattung zusteht. Das ist immer dann der Fall, wenn die zu erwartende Steuerersparnis den reinen Zulagenanspruch übersteigt.

Steuerliche Förderung der Riester-Rente am Beispiel

Selbstverständlich können Sie sich Ihre individuelle steuerliche Förderung jederzeit über unseren Riester Rechner ermitteln lassen, dennoch möchten wir Ihnen an dieser Stelle eine kurze Erklärung in Form eines Beispiels geben.

Riester Förderbeispiel: Alleinstehender, keine Kinder, Vorjahresbrutto 45.000 Euro

Um Ihren Zulagenanspruch auf 154 Euro Grundzulage vollständig auszuschöpfen, müssten Sie 4 % Ihres Vorjahresbruttos abzüglich des Zulagenanspruchs als Eigenbeitrag aufwenden.

  • 45.000 / 100 * 4 = 1800 … 1800 – 154 = 1.646 Euro p.a. Eigenbeitrag

Nochmal zusammengefasst: Für rund 137 Euro monatlich (1.646 / 12) erhalten Sie die Grundzulage in Höhe von 154 Euro.

Aber die Förderung durch die Altersvorsorgezulage ist eben nur ein Teil der Riester Förderung. In diesem Beispiel kommt der steuerlichen Förderung der Riester Rente eine weitaus höhere Bedeutung zu.

So können Sie Ihre Beiträge in Höhe von 1.646 Euro / Jahr + die 154 Euro Grundzulage als Sonderausgaben in Ihrer Einkommenssteuererklärung steuerlich absetzen. Das Finanzamt ermittelt die Steuerersparnis und zieht davon wiederum den Zulagenanspruch ab.

Dadurch ergäbe sich ungefähr folgende Fördersituation

  • Zulagenanspruch: 154 Euro Grundzulage
  • Steuerliche Förderung: 498 Euro Steuererstattung
  • Reale Förderung 57 %

Die Steuererstattung übersteigt den eigentlichen Zulagenanspruch also deutlich. Die Reale Förderung ermittelt sich auf Basis der tatsächlichen Aufwendungen (Nettobeitrag).

So zahlen Sie im obigen Beispiel zwar 1.646 Euro ein, erhalten aber ca. 498 Steuerstattung. Ihr tatsächlicher Eigenbeitrag liegt also nur bei 1.646 – 498 Euro = 1.148 Euro.

Für 1.148 Euro aus der eigenen Tasche fließen effektiv 1.148 + 154 + 498 = 1.800 Euro in Ihren Riester Vertrag. Sie erhalten also für 1.148 Nettobeitrag eine staatliche Förderung von 652 Euro, das entspricht einer Förderung von 57 %.

Die steuerliche Förderung der Riester Rente voll ausschöpfen

In den Medien liest man alle Jahre wieder, dass Riester Sparer unbedingt Ihre Beiträge anpassen sollten, um keine Zulagen zu verschenken. In vielen Fällen ist das gar nicht nötig. Würden Sie im oben genannten Beispiel lediglich 100 Euro mtl. einzahlen, würde sich die Fördersituation wie folgt darstellen:

Förderbeispiel: Alleinstehender, keine Kinder, Vorjahresbrutto 45.000 Euro, 100 Euro mtl. Riester Beitrag

  • Zulagenanspruch: 103 Euro Grundzulage
  • Steuerliche Förderung: 334 Euro Steuererstattung
  • reale Förderquote 57 %

Heißt im Klartext: Die prozentuale Förderung Ihrer Beiträge bleibt gleich, auch wenn Sie den Zulagenanspruch durch geringere Beiträge nicht voll ausschöpfen. Es ist nur dann notwendig den Zulagenanspruch vollumfänglich zu Nutzen, wenn sich eben keine steuerliche Förderung ergibt.

Natürlich muss man die Förderung nicht unbedingt verschenken. Ein „Geschenk“ ist die Riester Förderung aber ohnehin nicht, schließlich werden Riester Renten nachgelagert besteuert. Daher sollte jeder in seine Riester Rente grundsätzlich immer nur den Betrag einzahlen, den er guten Gewissens dauerhaft entbehren kann.

Es nützt sehr wenig, wenn Sie anfänglich zu viel einzahlen und nach ein paar Jahren den Vertrag förderschädlich auflösen müssen, weil Sie das Geld dringend benötigen.

Der Vollständigkeit zu liebe an dieser Stelle noch das Beispiel mit maximalem Eigenbeitrag (2100-Zulagenanspruch).

Förderbeispiel: Alleinstehender, keine Kinder, Vorjahresbrutto 45.000 Euro, 175 Euro mtl. Riester Beitrag (inkl. Zulagen)

  • Zulagenanspruch: 154 Euro Grundzulage
  • Steuerliche Förderung: 607 Euro Steuererstattung
  • Förderquote 57 %

Sie sehen, auch bei voller Nutzung durch den maximalen Eigenbeitrag bleibt die prozentuale Förderquote gleich.

Steuerliche Förderung und nachgelagerte Besteuerung

Der steuerlichen Förderung in der Ansparphase steht die nachgelagerte Besteuerung in der Auszahlungsphase gegenüber. Häufig ist die nachgelagerte Besteuerung von Vorteil für den Sparer. Dies hängt aber von der jeweiligen individuellen Situation ab.

Ein Vorteil durch die nachgelagerte Besteuerung ergibt sich vor allem dann, wenn der persönliche Steuersatz im Rentenalter niedriger als der Steuersatz während des Erwerbslebens ist. Das ist in der Regel der Fall. Es ist jedoch wichtig, dass Sie die Riester Förderung als Steuerstundung / -verschiebung betrachten und nicht als Geschenk vom Staat.

Zudem kann sich durch die Steuerstundung bei längeren Laufzeiten ein interessanter Zinseszinseffekt ergeben. Der Anteil der staatlichen Förderung bei Ihren Riester Beiträgen erwirtschaftet ja ebenfalls Zinsen und Zinseszinsen.

Diese Zinsen und Zinseszinsen können Sie übrigens auch dann behalten, wenn Sie Ihren Riester Vertrag förderschädlich auflösen. Bei einer förderschädlichen Verwendung sind lediglich erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurück zu zahlen, die durch die Förderung generierten Zinsen gehören Ihnen.