So funktioniert die staatliche Förderung der Riester-Rente

Beiträge zur Riester Rente werden durch die Altersvorsorgezulage und durch die steuerliche Absetzbarkeit der Altersvorsorgeaufwendungen staatlich gefördert.

Der Riester Förderung in der Ansparphase steht die vollständige nachgelagerte Besteuerung der Leistungen aus einer Riester Rente ab Rentenbeginn gegenüber.

Ein Anspruch auf Riester Förderung kann unmittelbar gem. §10a EStG oder mittelbar gem. §79 EStG gegeben sein.

Unmittelbar förderberechtigt sind …

  • sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Auszubildende
  • Beamte, Richter, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Versicherte während der Kindererziehungszeit (erste 3 Lebensjahre des Kindes)
  • Minijobber, die auf die Versicherungsfreiheit verzichten
  • In der Alterssicherung der Landwirte Pflichtversicherte
  • Bezieher von Krankengeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe
  • in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Selbstständige

Nicht unmittelbar förderberechtigt sind …

  • nicht gesetzl. rentenversicherte Selbstständige und Freiberufler
  • Pflichtversicherte einer berufsständigen Versorgungseinrichtung
  • Rentner und Bezieher einer Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsrente

Mittelbar förderberechtigt

Doch auch der Personenkreis der nicht unmittelbar Förderberechtigten kann die Riester Förderung nutzen, so der Ehepartner unmittelbar förderberechtigt ist. Mittelbar Förderberechtigte sind insofern benachteiligt, da diese keinen eigenen Sonderausgabenabzug zugerechnet bekommen.

Zudem müssen mittelbar Förderberechtigte seit 2012 selbst den Sockelbeitrag von 60 Euro p.a. in einen eigenen Riestervertrag leisten, reine Huckepackverträge gibt es nicht mehr.

Es gibt Personengruppen und Förderkonstellationen, die in besonderem Maße von der Riester Förderung profitieren können. Diese Idealtypen sind in der nachfolgenden Grafik erläutert.

Man muss allerdings beachten, dass die Förderkonstellation stets nur eine Momentaufname ist, diese sich im Laufe eines Lebens durchaus ändern kann.

idealtypen-riester-rente

 

Fahrplan zur Riester Rente

Maßgeblich für jedwede Entscheidung pro oder contra Riester ist zunächst die umfassende Betrachtung der eigenen Förderkonstellation. Hier werden in der Praxis zudem die meisten Fehler gemacht.

Frustration und Fehlentscheidungen vermeiden? Dann nur in dieser Reihenfolge …

  1. Beurteilung der individuellen Förderkonstellation
  2. Entscheidung für ein oder zwei Riestervarianten
  3. Produktvergleich und Entscheidung für ein Riesterprodukt

Zur Beurteilung der Förderkonstellation wird zunächst das rentenversicherungspflichtige Einkommen des Vorjahres benötigt. Aus diesem ergibt sich der für den vollen Zulagenanspruch notwendige Mindesteigenbeitrag für das aktuelle Jahr.

Der erforderliche Mindesteigenbeitrag bei unmittelbar Förderberechtigten beträgt 4 % abzüglich Zulagenanspruchs vom rentenversicherungspflichtigen Einkommen des Vorjahres.

Genauere Informationen dazu finden sich im Kapitel Altersvorsorgezulage.

Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Grundsätzlich steht es dem Sparer (vorbehaltlich anbieterseitiger Einschränkungen) gänzlich frei einen beliebigen Betrag zwischen 60 und 2.100 € (- Zulagenanspruch) einzuzahlen.

Der Förderanspruch entfällt dann nicht gänzlich, wird nur anteilig gekürzt.

 

Tatsächlich profitiert aber nur ein Teil der Sparer vor allem vom Zulagenanspruch, häufig ist die steuerliche Förderung die wesentliche Förderkomponente. Diese lässt sich wiederum auf Basis des aktuellen rentenversicherungspflichtigen Einkommens ermitteln.