Was passiert eigentlich mit dem Riester Vertrag, wenn der Sparer stirbt? So steht es um den Hinterbliebenenschutz bei Riester Verträgen.

Zunächst muss im Todesfall zwischen Aufschubphase (Ansparen) und Ablaufphase (Verrentung) unterschieden werden. Zudem ist entscheidend, welche Art von Riester Produkt abgeschlossen wurde.

Todesfall in der Aufschubphase

Stirbt der Riester Sparer während er noch in den Vertrag einzahlt, kann das Vertragsguthaben abzüglich der erhaltenen Förderung uneingeschränkt vererbt werden.

Die Förderung muss allerdings zurückgezahlt werden und eventuelle Erträge oder Zinsen wären gegebenenfalls zu versteuern.

Ausnahmen: Der nicht getrennt lebende Ehepartner mit eigenem Riester Vertrag oder ein Kind, für das noch Anspruch auf Kindergeld besteht, können die bereits gewährte Förderung behalten.

Besteht beim Ehepartner / Kind kein Riester Vertrag, kann dieser noch binnen 12 Monate nachträglich für den Übertrag abgeschlossen werden.

Tipps zur Hinterbliebenversorgung bei der Riester Rente

Älterer Sparer ab 60 können kaum noch einen Riester Vertrag abschließen. Daher sollten Ehepartner eher schon vorher einen eigenen Vertrag besitzen. Soll dieser Vertrag nicht aktiv genutzt werden, kann ein Riester Banksparplan ohne Kontoführungsgebühren abgeschlossen werden.

Ein sepparater Todesfallschutz kann in der Regel gegen entsprechende Prämie bei Riester Policen vereinbart werden. Mit einer Risikolebensversicherung sichern Sie Hinterbliebene jedoch wesentlich effenzienter und deutlich günstiger ab. Das gleiche gilt für die Vereinbarung einer Beitragsrückgewähr im Todesfall.

Todesfall in der Ablaufphase

Stirbt der Riester Sparer, nachdem er bereits eine Rentenleistung aus dem Vertrag erhalten hat, wird der Sachverhalt etwas schwieriger. In diesem Fall greifen keine gesetzlichen Regelungen, sondern die jeweiligen Vertragsbedingungen der Riester Produkte.

Wenn Sie einen Riester Banksparplan oder einen Riester Fondssparplan abgeschlossen haben, kann das noch vorhandene Vertragsguthaben vererbt werden.

Ausnahme: Förderunschädlich geht das nur an Ehepartner mit eigenem Riester Vertrag und theoretisch auch an kindergeldberechtigte Kinder. Bei Tod nach dem 85. Lebensjahr besteht jedoch kein Anspruch mehr.

Haben Sie allerdings eine Riester Rentenversicherung abgeschlossen, entscheidet die vereinbarte Rentengarantiezeit. Nur binnen dieser Garantiezeit kann vererbt werden. Die Versicherer bieten Rentengarantiezeiten zwischen 5 und 23 Jahren an. Sie sollten wenigstens 15 Jahre vertraglich vereinbaren.

Wohn Riester und Vererbbarkeit

Mit der Wohn Riester Förderung wird es noch ein wenig spezieller. Verstirbt der Sparer während der Ansparphase und bevor er Wohneigentum erworben hat, gelten die gleichen Regelungen wie für alle anderen Riester Produkte. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein Riester Bausparvertrag abgeschlossen wurde.

Wurde jedoch eine Immobilie per Wohn Riester Förderung erworben, ist der Verstorbene gewissermaßen nicht mehr „Selbstnutzer“ des Wohneigentums. So makaber es klingen mag, in Folge würde das gesamte Wohnförderkonto versteuert werden. Eine Rückforderung von Zulagen / Steuervorteilen erfolgt allerdings nicht.

Ausnahme: Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder können die Immobilie binnen 12 Monaten selbst nutzen. Dazu müssen Sie Eigentümer der Immobilie werden und diese auch selbst bewohnen. In diesem Fall wäre das Wohnförderkonto bei Rentenbeginn des Erben regulär zu versteuern.

Stirbt der Riester Sparer allerdings erst nach Rentenbeginn, ist das Wohnförderkonto vom Erben nur dann zu versteuern, wenn keine einmalige Besteuerung bereits erfolgt ist. Es kann bei Wohn Riester zwischen einmaliger und ratierlicher Besteuerung des Wohnförderkontos gewählt werden.