Riester-Rente Riester Blog Altersvorsorge Sofortrente - Langlebigkeitsrisiko mit Riester-Rente absichern

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Dienstag, den 31. August 2010 um 08:14 Uhr

Sofortrente - Langlebigkeit mit Riester-Rente absichern

Was ist eigentlich eine Sofortrente? Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach. Ein älterer Sparer zahlt kurz vor Rentenbeginn beispielsweise 10.000 Euro in eine private Rentenversicherung ein. Mit Beginn der Rentenphase erhält er dann lebenslang eine monatliche Leibrente, selbst wenn er 120 Jahre alt würde.

Sofortrente oder Auszahlplan

Um den grundsätzlichen Vorteil des Konzepts zu erkennen, muss man die Sofortrente einem klassischen Auszahlplan gegenüberstellen. Nehmen wir an, sie legen kurz vor Rentenbeginn 10.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto an. Von diesem lassen Sie sich jeden Monat 50 Euro überweisen. Nach 200 Auszahlungen (nach 16 Jahren und 8 Monaten) ist das Kapital aufgebraucht.

Bei einem Rentenbeginn mit 65, wäre das Kapital also mit knapp 82 Jahren aufgebraucht. So oder so ähnlich könnte die Argumentation eines Versicherungsverkäufers Ihnen gegenüber aussehen. Gute Argumente für eine Sofortrente als Versicherungslösung? - Nein!

Ein wesentlicher Aspekt wird bei der Argumentation außen vor gelassen, es ist der Zins. Warum wird der Zins also oft vernachlässigt? Jeder Mensch dürfte relativ einfach eine bestimmte Geldsumme durch eine bestimmte Anzahl von Monaten teilen können, um dann ängstlich festzustellen, dass zum Zeitpunkt x kein Geld mehr da ist. Die optisch doch so marginalen Zinsen kann man ja zu Gunsten des Verkaufsarguments vernachlässigen, oder?

Nein, kann man nicht. Erhalten Sie beispielsweise 2 % Zinsen auf Ihren 10.000 Euro Auszahlplan (50 Euro monatlich), verlängert sich die Rentendauer auf 21 Jahre und 3 Monate. Bei 4 % Zinsen sind es bereits 26 Jahre und 11 Monate. Nimmt man eher unrealistische 6 % Zinsen an, erreicht man bereits erstaunliche 59 Jahre und 4 Monate Rentendauer.

Kapital monatliche Auszahlung Zinssatz Rentendauer
10.000 Euro 50 Euro 0 % 16 Jahre 8 Monate
10.000 Euro 50 Euro 2 % 21 Jahre 3 Monate
10.000 Euro 50 Euro 4 % 26 Jahre 11 Monate
10.000 Euro 50 Euro 6 % 59 Jahre und 4 Monate

Kosten bei der Sofortrente

Natürlich sind die 16 Jahre und 8 Monate kein Vergleich zu einer lebenslangen monatlichen Leibrente. Andererseits ist es auch mehr als fraglich, ob man überhaupt 82 Jahre alt wird. Ungeachtet dessen, haben wir einen weiteren Aspekt vernachlässigt, die Kosten der Sofortrente. Eine private Rentenversicherung kostet immer einmalige Abschlussgebühren und laufende Verwaltungsentgelte.

Wie wir aus dem vorhergehenden Beispiel wissen, ist der erwirtschaftete Zins maßgeblich für die Länge der Rentendauer oder umgekehrt eben für die Höhe der Rente. Die Versicherer arbeiten mit statistischen Erhebungen und Wahrscheinlichkeiten, so dass der Berechnungen für Laien nur schwer nachvollziehbar sind. Das ist aber gar nicht nötig um den Zusammenhang zu verstehen.

Die Versicherer legen das Geld Ihrer Kunden bei einer klassichen Rentenversicherung oder klassischen Lebensversicherung vergleichsweise konservativ in festverzinsliche Wertpapiere, Schuldverschreibungen und ähnliche Anlageklassen an. Das Problem besteht darin, dass die Anlageklassen von Natur aus nur einen geringen Renditevorteil gegenüber den marktüblichen Zinssätzen erwirtschaften können.

Dieser marginale Renditevorteil dürfte in 99 % der Fälle durch die zusätzlichen Kosten (Abschluss und Verwaltung) mehr als aufgefressen werden. Ein Vorteil kann also nur durch die Versicherungsgemeinschaft entstehen, sprich wenn Sie vom vorzeitigen Ableben zahlreicher anderer Versicherter bei Ihrer Versicherung profitieren. Dummerweise könnte sich aber eben so gesehen jemand anderes über Ihren frühen Tod und somit Ihr Versicherungskapital freuen.

Steuerliche Argumente bei der Sofortrente

Ein wesentliches Verkaufsargument ist zudem die steuerliche Besserstellung von kapitalbildenden Versicherungen. Zahlen diese eine monatliche Leibrente aus, muss in Abhängigkeit vom Renteneintritt nur ein Anteil der Erträge versteuert werden. Bei Rentenbeginn mit 65 % sind 18 % der Erträge zu versteuern. Um das ganze dann noch schön anschaulich zu machen, nehmen Werbeberichte zum Teil einen Steuersatz von 30 % im Rentenalter an.

Grundsätzlich ist die Steuerfrage in erster Linie von Ihren individuellen Verhältnissen abhängig, eine angemessene Beratung kann nur ein Steuerberater, der Ihre Vermögensverhältnisse kennt. Es bleibt aber festzuhalten, das wohl die wenigsten Rentner 30 % Steuersatz im Alter erreichen können. Zudem muss man bei 4 % Zinsen erst einmal über etwas mehr als 20.000 Euro verzinstes Kapital verfügen, um überhaupt den eigenen Sparerpauschbetrag (früher Sparerfreibetrag) zu überschreiten.

Das Steuerargument dürfte in den wenigsten Fällen einen wirklichen Sinn ergeben, klären Sie dieses aber mit dem Steuerberater Ihres Vertrauens.

 

Fazit und die Rolle der Riester-Rente

Panik ist bei der Altersvorsorge generell kein guter Berater, nur ein gutes Verkaufsargument für Finanzdienstleister. Auch bei der Problematik der Langlebigkeit (länger Leben als Geld haben) sollte ein kühler Kopf entscheiden.

Gerade für jüngere Menschen und Menschen mittleren Alters sollte grundsätzlich eine zusätzliche lebenslange Leibrente ins Auge gefasst werden. Bereits geringe Beiträge in jungen Jahren zurückgelegt, können später einen guten Teil der monatlichen Fixkosten decken. Zudem besteht nicht das Risiko, zurückgelegtes Kapital beispielsweise für ein neues Auto auszugeben. Ein Riester Banksparplan mit Bonusverzinsung ist die kostengünstigste und einfachste Wahl um mit einem bestimmten monatlichen Beitrag über einen festgelegten Zeitraum eine gewünschte monatliche Leibrente zu erreichen.

Für ältere Menschen ist ebenfalls die Höhe der Fixkosten der wohl sinnvollste Ansatz. Hier muss man kein Rechenkünstler sein. Man nimmt einfach den letzten Rentenbescheid zur Hand und vergleicht diese Zahl mit der Summe der gängigen Ausgaben, beispielsweise Miete + Nebenkosten, monatliche Einkäufe, laufende Versicherungen und eventuell das KFZ.

Ist die zu erwartende Rente deutlich niedriger als die Fixkosten, besteht unter Umständen Handlungsbedarf. Wenn man sich (zur Sicherheit) auf eine Versicherungslösung einlässt, sollte man hier in erster Linie darauf abzielen, die monatlichen Fixkosten durch die Rentenzahlung sicher abdecken zu können. Weiteres Kapital ist gut angelegt in einem Auszahlplan besser aufgehoben.

Auszahlpläne gibt es in Form von Banksparplänen oder auch als Auszahlplan mit offenen Immobilienfonds oder Rentenfonds. Die Möglichkeiten sind vielfältig und hängen vor allem von der Laufzeit, Risikoneigung und der Summe des eingesetzten Kapitals ab.

 

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