Riester-Rente Riester Banksparplan Riester Banksparplan oder Riester Rentenversicherung

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Riester Banksparplan oder Riester Rentenversicherung

Vor allem für ältere Sparer stellt sich die Frage, ob man sich mit der mickrigen Verzinsung von Riester Banksparplänen zufrieden geben sollte, oder ob die höhere Garantieverzinsung einer Riester Rentenversicherung nicht die bessere Wahl ist. Die meisten Sparer sitzen hier einer optischen Täuschung, Irreführung oder wie es der Volksmund nennen würde "Verarsche" auf.

So gilt die Garantieverzinsung bei der Riester Rentenversicherung nur auf Eigenbeiträge und Zulagen abzüglich aller entstandenen Kosten. Und eben diese Kosten sind das Hauptproblem der Riester Rentenversicherung. Die Garantieverszinsung der Lebensversicherer ist in erster Linie ein Verkaufsargument. Eigentlich ein schlechtes, aber es funktioniert hervorragend.

Natürlich kann Riester Rente Ratgeber nicht alle der Millionen von Riester Rentenversicherungsnehmern bekehren. Und vor allem wollen wir Sie, liebe Leser, nicht bevormunden oder überfordern. Sollten Sie also am Gedanken eine Riester Rentenversicherung abzuschließen unbeirrbar festhalten wollen und Ihnen die nachfolgenden Ausführungen zu komplex und aufwändig erscheinen: Schließen Sie doch bitte wenigstens in Ihrem eigenen Interesse eine günstige Riester Renteversicherung ab.

Kosten beim Riester Banksparplan und der Riester Rentenversicherung

Für alle Leser die sich jedoch tiefer in die Materie hereinlesen wollen, sollten wir bei der Betrachtung der Kosten für Riester Banksparplan und Riester Rentenversicherung fortsetzen. Hier kursieren zahlreiche falsche Vorurteile, Verallgemeinerungen und Halbwahrheiten. Zum Beispiel ist der Riester Banksparplan nicht wirklich kostenlos und auch nicht jede Riester Rentenversicherung exorbitant teuer. Zudem wurde der Garantiezins selbst von den schlechteren Lebensversicherern in den letzten Jahren immer übertroffen.

Die Kosten sind der erste und zunächst wichtigste Ausgangspunkt im Vergleich Riester Rentenversicherung oder Riester Banksparplan. Letzterer verursacht zumindest keine nennenswerten direkten Kosten. Das heißt, es werden keine Abschluss- oder Vertriebskosten berechnet. Die Kontoführung - insofern dafür denn Gebühren erhoben werden - wird meist mit einem pauschalen Betrag und nicht prozentual gemessen am Vertragsvolumen erhoben. Indirekt entstehen beim Riester Banksparplan aber durchaus Kosten. Es ist der Abschlag auf die Umlaufrendite oder einen anderen Referenzzins.

Es werden also durchaus auch beim Riester Banksparplan kosten fällig, diese führen allerdings nicht zu einem direkten Verlust, wie beispielsweise beim Rückkaufwert einer Versicherung - wenn Sie vorzeitig aussteigen wollen. Die Kosten werden auch nicht auf beispielsweise die ersten 5 Jahre verteilt, was vor allem für jüngere Sparer ein großer Nachteil ist. Wegleugnen lassen sich die Kosten in Form eines ständigen Renditeabschlags trotzdem nicht.

Die Riester Rentenversicherung hingegen erhebt verschiedene direkte Kosten. Hierzu zählen zum Beispiel die Vertriebskosten und Abschlussgebühren. Je nachdem auf welche Art und Weise Sie eine Riester Rentenversicherung abschließen, finanzieren Sie Ihren Versicherungsverkäufer oder auch den Direktversicherer. Die Abschlusskosten sind je nach Produkt ganz unterschiedlich hoch, ein Abschluss beim Makler wird Sie im Regelfall eher mit 5-6 % auf die Vertragssumme teuer zu stehen kommen. Ein Direktversicherer ohne mitverdienendem Makler kann meist die Hälfte oder noch weniger an Abschlusskosten geltend machen.

Je länger die Sparzeit, umso bedeutender ist dann der zweite Kostenteil, die jährlichen Verwaltungskosten. Je nach Produkt können diese zwischen über 1 % und auch deutlich weniger betragen. Für die Rente nach dem 85. Lebensjahr steigen diese Verwaltungskosten meist noch einmal erheblich an.

Sie sollten also zunächst die Kostenstruktur beider Produkte genau vergleichen, bevor Sie weitere Überlegungen anstellen.

Rendite beim Riester Banksparplan und der Riester Rentenversicherung

Auch hier gilt es aufzuräumen. Die Rendite des Riester Banksparplans wird immer kostenbelastet sein. Denn die Kosten resultieren wie bereits erklärt aus einem Renditeabschlag. Die Rendite der Versicherer wird hingegen im Normalfall keinesfalls der Garantieverszinsung entsprechen. Das wollen wir nachfolgend mal etwas genauer beleuchten.

Der Riester Banksparplan investiert im Wesentlichen in sichere, festverzinsliche Geldanlagen, beispielsweise deutsche Staatsanleihen. Dere Verzinsung ist aber eben zwangsläufig durch das geringere Risiko auch vergleichsweise niedrig. Zudem wird von der erzielten Rendite eben noch ein Abschlag, der die Kosten darstellt, erhoben.

Die Versicherer sind im hier betrachteten Fall hingegen sozusagen kreativer und risikofreudiger als. So kann je nach Produkt durchaus auch ein Teil des Geldes in Aktien und Aktienfonds stecken, vor allem aber in Rentenpapieren - die nicht zwangsläufig deutsche Staatsanleihen sind. Nehmen wir an ein großes deutsches Unternehmen wie Daimler braucht Geld. Zu diesem Zweck emittiert (gibt aus) Daimler eine Anleihe, sprich eine Schuldverschreibung. Kaufen Sie diese, leihen Sie praktisch Daimler Geld (in der Praxis tut das die Versicherung für Sie). Da Daimler zwar vergleichsweise wirtschaftlich solide, aber eben nicht der deutsche Staat ist, muss Daimler einen Risikoaufschlag bei der Verzinsung zahlen. So muss Daimler angenommen eine um 1,5 % höhere Verzinsung bieten, als die Bundesrepublik.

Daraus ergibt sich in der Praxis schon mal eine höhere Renditechance für die Versicherer, bei theoretisch höherem Risiko. Zudem langt der Versicherer, vernachlässigt man Rücklagenbildungen auch nicht unbedingt direkt bei der Rendite zu. Sie haben beim Versicherer ja bereits recht hohe Kosten bezahlt. So lagen die Renditen der guten Lebensversicherer selbst in den letzten, sehr schwierigen Jahren regelmässig zwischen 4 und 5 %.

Eine klassische Riester Rentenversicherung hat also ungeachtet der Garantieverszinsung durchaus bessere Renditechancen als ein Riester Banksparplan.

Kosten und Renditen gegenüberstellen

Nun müssten Sie folgerichtig die Kosten und die zu erwartenden Renditen von Riester Banksparplan und Riester Rentenversicherung gegenüberstellen. An diesem Punkt möchten wir Sie natürlich nicht unnötig überfordern und verzichten auf wenig transparente oder schwer zu verstehende Rechenspiele. Denn man kann durchaus verallgemeinernd sagen, je niedriger die Kosten für die Riester Rentenversicherung, desto höher die Chance auf eine höhere Rendite als beim Riester Banksparplan.

Diese Überlegung drängt sich aber eigentlich nur für ältere Sparer auf. Jüngere Sparer sollten ohnehin eher auf einen Riester Fondssparplan setzen, oder wenn es eben um ein Höchstmaß an Flexibilität geht - dann auf einen Riester Banksparplan.

Sprechen wir von älteren Sparern, so meinen wir Leser, denen etwa 10-15 Jahre maximal bis zum Rentenbeginn verbleiben. Diese Lesergruppe müsste nachfolgend zwei wichtige Einschätzungen treffen:

  • Glauben Sie, dass die Versicherer auch in Zukunft höhere Renditen als die der Bundeswertpapiere erzielen können?
  • Glauben Sie, dass die Zinsen noch über mehrere Jahre auf dem derzeit niedrigen Niveau bleiben?

Wenn Sie beide Fragen eindeutig mit "Ja!" für sich selbst beantworten können, ist eine günstige Riester Rentenversicherung derzeit durchaus eine Überlegung wert.

Noch einige Worte für Sparfüchse

Für die Sparfüchse unter Ihnen noch ein paar Randbemerkungen. Das wohl größte Problem der Riester Banksparpläne wird in Zukunft die Verrentung sein. So ist es zum jetzigen Zeitpunkt praktisch ungewiss, wie die lebenslange Leibrente beim Riester Banksparplan in 10 oder 20 Jahren dargestellt werden wird. Gewiss ist nur, das Langlebigkeitsrisiko wird "irgendwie" über eine Rentenversicherung zu decken sein. Wie hoch der prozentuale Anteil am gesammelten Sparvermögen, der für die Langlebigkeitsabsicherung verwendet wird, dann am Ende wirklich ausfällt - das ist bei den meisten Riester Banksparplänen mehr als ungewiss.

Bei der Rentengarantie einer Riester Rentenversicherung ist dieses Risiko im Normalfall bereits berücksichtigt. Sie können vereinbaren, dass die Rentenleistung nicht mehr unter einen bestimmten Betrag fallen kann.

Zur Garantieverzinsung sollte einmal angemerkt werden, dass dieses Verkaufsargument eigentlich ein klarer Nachteil ist. Jede Form von Garantie, Kapitalgarantie und Garantiezusagen kostet Geld. Diese Kosten entstehen entweder durch Absicherung mit Finanzinstrumenten oder durch Renditeeinbußen für den praktisch risikofreie angelegten Sicherungsanteil vom Sparbeitrag. Eine klassische Rentenversicherung hätte ohne Garantieverszinsung mehr Möglichkeiten um besser, sprich gewinnbringender zu investieren.

 
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