Lohnt sich die Riester-Rente?
Rendite durch Förderung? Reich im Alter?Die durchschnittlich erzielte Rendite ist maßgeblich für eine erfolgreiche private Altersvorsorge. Eine wichtige Frage ist daher, ob die Riester-Rente gegenüber einem herkömmlichen Sparplan einen Renditevorteil bietet. Diese Frage, so dringend Sie auch erscheint, ist nicht umfassend und schon gar nicht pauschal zu beantworten. Nachfolgend einige grundsätzliche Überlegungen dazu. Mit Sicherheit lässt sich jedoch sagen, dass die Riester Rente dazu beitragen kann, die Finanzlage im Ruhestand zu entspannen. Altersreichtum ist durch die Riester Rente eher nicht zu erwarten, Versprechen in diese Richtung sind schlichtweg unseriös. Wann lohnt sich die Riester Rente?
Die Riester Rente ist beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge in der Regel die erste Wahl. Eine Riester Rente ist bereits ab kleinen monatlichen Raten möglich. Die Abschlusskosten können bei der Wahl des richtigen Riester Produkts deutlicher geringer sein, als beispielsweise bei Lebensversicherungen. Wichtigstes Kriterium für die Rentabilität der Riester Rente ist die Wahl des richtigen Riester Produkts. Die Förderung der Riester Rente ist unter Berücksichtigung der nachgelagerten Besteuerung besonders dann interessant, wenn der persönliche Steuersatz in der Auszahlungsphase niedriger ist, als in der Ansparphase. Die höchsten Förderquoten erzielen Familien mit mehreren Kindern (Altersvorsorgezulage) und Alleinstehende mit gutem Einkommen (steuerliche Förderung). Vor allem für Frauen kann die Riester Rente von Vorteil sein. Da Frauen eine grundsätzlich höhere statistische Lebenserwartung als Männer haben, werden sie beispielsweise bei einer privaten Rentenversicherung stark benachteiligt. Für die Riester Rente gelten Unisex Tarife. Für wen lohnt sich die Riester Rente nicht
Seit die ARD Sendung Monitor über die Anrechnung von Riester Verträgen auf die Grundsicherung berichtet hat, herrscht bei Geringverdienern Verunsicherung bezüglich der Riester Rente. Einfach formuliert bedeutet dieses: Wer im einmal weniger Rente bekommt, als er zum Leben braucht (statistische Bemessung), hat Anrecht auf die staatliche Grundsicherung (Sozialhilfe im Alter). Die Höhe der Grundsicherung ist regional unterschiedlich und liegt im Durchschnitt etwa bei 700 Euro. Bezieht ein Riester Sparer bspw. nur 600 Euro Rente, hat aber Anrecht auf 700 Euro Grundsicherung, so würden die Rentenzahlungen aus der Riester Rente auf die 600 Euro Rente angerechnet werden. Aber Vorsicht: Sowohl das Niveau der Grundsicherung als auch die Höhe der gesetzlichen Renten werden aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Jahren Änderungen unterliegen. Auch ist eine Änderung der bisherigen Regelungen bei der Riester Rente nicht ausgeschlossen. Für jeden, der die Chance sieht, im Alter nicht vom Sozialamt abhängig zu sein, sollte private Altersvorsorge ein wichtiges Thema sein. Zudem ist es sehr risikoreich seine Altersversorgung ausschließlich auf die staatliche Grundsicherung aufzubauen. Der wichtigste Fakt aus Redaktionssicht wurde bei der Berichterstattung von Monitor jedoch ausgelassen. Alle Einkünfte im Alter (jegliche private Altersvorsorge, Kapitaleinkünfte, Mieteinahmen) werden auf die Grundsicherung angerechnet. Grundsätzliches zur Rentabilität der Riester RenteZunächst sollten zwei wichtige Kriterien Ihres speziellen Einzelfalls geprüft werden. Zum einen sollten Sie Ihre individuelle Förderquote durch die Altersvorsorgezulage oder die steuerliche Förderung kennen. Zum anderen ist es entscheidend, inwiefern sich Ihr persönlicher Steuersatz im Rentenalter von dem während Ihrer Erwerbstätigkeit unterscheidet. In der Regel liegt dieser im Alter deutlich niedriger als während der Berufstätigkeit, er hängt von Ihrem persönlichen Einkommen ab. Die Unterscheidung dieser Steuersätze ist maßgeblich dafür, ob sich durch die nachgelagerte Besteuerung der Riester-Rente ein Vorteil für Sie ergibt oder nicht. Einen ersten Anhalt kann Ihnen die folgende Überlegung bieten. Im Schnitt erhalten Arbeitnehmer bei Ausschöpfung der maximalen Fördermöglichkeiten eine Förderquote von etwa 40 %. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren müsste ein herkömmlicher Sparplan jährlich erst einmal 1,2 % mehr Rendite erwirtschaften als Ihre Riester-Rente, um dieses Ergebnis zu erzielen. Kosten : Oder was Ihnen Ihr Versicherungsberater nicht sagtDie Leistungen aus einem Versicherungsvertrag sind, auf Grund der zahlreichen Faktoren welche die Versicherer in ihrer Kalkulation berücksichtigen, für den Laien nur schwer zu durchschauen. Geht es dazu um ein derartig langfristiges Sparziel wie die private Altersvorsorge, wird die Transparenz der Produkte zum Teil sehr gering. Nicht selten werden so private Rentenversicherungen oder fondsgebundene Produkte mit der Riester-Rente verglichen. Selbstverständlich wird man Ihnen vor allem die Vorzüge des Produkts aus dem eigenen Haus anpreisen. Die Redseligkeit des durchschnittlichen Versicherungsberaters wird spätestens dann beendet sein, wenn Sie detailliert die Kostenstrukturen seines Produkts hinterfragen. Die Kosten eines Altersvorsorgeprodukts sind wiederum sehr entscheidend für die durchschnittliche Rendite. Bei einer Riester Rentenversicherung sind die Kosten zum Beispiel deutlich höher, als bei einem Riester Fondssparplan oder einem Riester Banksparplan. Die Kosten setzen sich stets aus Abschluss- bzw. Vertriebskosten und jährlich anfallenden Kosten zusammen. Jedes Riester Produkt hat Vorteile und NachteileTrotz der hohen Kosten ist die Riester Rentenversicherung das meistverkaufte Riester Produkt. Grund dafür dürfte vor allem die Garantieverzinsung und die somit schon bei Abschluss garantierte Rentenleistung sein. Für den Versicherungsberater ist beides ein erstklassiges Verkaufsargument. Cleveren Sparern sollte jedoch klar sein, dass die Garantieverzinsung einer Riester Rentenversicherung gerade einmal im Rahmen der Inflationsrate liegt. Riester Fondssparpläne haben keine garantierte Verzinsung. Sie bieten zwar eine vollständige Beitragsgarantie (nach Kosten), unterliegen aber dennoch zunächst dem normalen Kursrisiko. Ein guter Riester Fondssparplan ist aber deutlich kostengünstiger als eine Riester Rentenversicherung und hat deutlich höhere Renditechancen. Das aus Redaktionssicht interessanteste Produkt ist die DWS Riester Rente Premium . Ein Riester Banksparplan ist das kostengünstigste Riester Produkt - es fallen in der Regel schlichtweg gar keine Kosten an. Riester Banksparpläne werden meist nach den marktüblichen Zinsätzen verzinst, diverse Boni Modelle gibt es dann dazu. Riester Rente und AbgeltungssteuerMit der Einführung der Abgeltungssteuer ist auch die Riester Rente steuerlich attraktiver geworden. Sämtliche Einkünfte aus Kapitalanlagen, so beispielsweise auch langfristige Fondssparpläne, unterliegen dem pauschalen Abgeltungssteuersatz von 25 % (zzgl. Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer). Die Riester Rente wird nachgelagert besteuert, unterliegt also nicht der Abgeltungssteuer. Insbesondere für Riester Fondssparpläne ist dieser Sachverhalt interessant. So kann der Anbieter jederzeit Umschichtungen vornehmen, ohne das aufgelaufene Erträge besteuert werden. Strukturiert ein Privatanleger seine Fondsanteile nach 10 oder 20 Jahren um, so sind 25 % der aufgelaufenen Erträge weg.
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