Förderschädliche Verwendung bei der Riester Rente

Unter dem Begriff förderschädliche Verwendung versteht man den Verlust evtl. erhaltener Zulagen und Steuervorteile sowie die Steuerpflichtigkeit erzielter Erträge, wenn eine staatlich geförderte Altersvorsorge vorzeitig gekündigt wird.

Vereinfacht gesagt: Wer seinen Riester Vertrag auflöst, um sich davon beispielsweise ein neues Auto zu kaufen, verliert erhaltene Zulagen, Steuervorteile und muss eventuell erzielte Erträge zum persönlichen Steuersatz versteuern.

Vermeiden kann man eine förderschädliche Verwendung, in dem man den bestehenden Riester Vertrag einfach beitragsfrei stellt. Das kommt immer dann in Frage, wenn man nur vorübergehend die eigenen Beiträge nicht mehr aufbringen kann oder will. Bei einer Beitragsfreistellung kommt es nicht zu einer förderschädlichen Verwendung.

Wenn Sie mit Ihrem bestehenden Riester Vertrag unzufrieden sind, können Sie alternativ das vorhandene Altersvorsorgevermögen auch einfach auf einen neuen, für Sie besser geeigneten Riester Vertrag übertragen. Mehr dazu finden Sie unter Anbieterwechsel bei der Riester Rente.

Förderschädliche Verwendung als Alternative zur Leibrente

Es ist ja bekannt, dass die Auszahlung der Riester Rente grundsätzlich immer in Form einer lebenslangen Leibrente erfolgt. Möglich ist zwar ein Kapitalwahlrecht zu Beginn der Ablaufphase, dieses ist aber auf maximal 30 % des vorhandenen Vertragsguthabens begrenzt. Eine Ausnahme gilt zudem in Bezug auf die Kleinstbetragsrente.

Ansonsten dient Riester aber grundsätzlich der Langlebigkeitsabsicherung, eine Auszahlung zu 100 % (grundsätzlich möglich ab 60. Lebensjahr / 62. Lebensjahr bei Abschluss ab 2012) oder eine vorzeitige Kündigung ist grundsätzlich immer förderschädlich.

Clevere Sparer haben aber sicherlich schon einmal überlegt, ob es trotz Förderschädlichkeit nicht evtl. günstiger wäre, das angesparte Vertragsguthaben auf einen Schlag in Anspruch zu nehmen. Diese Überlegung ist grundsätzlich legitim und dazu sollen auch ein paar Erklärungen gemacht werden.

Grundsätzlich muss unterschieden werden, ob die Riester Rente vor oder nach dem vollendeten 60. / 62. Lebensjahr aufgelöst werden soll. Bestand der Vertrag über 12 Jahre und wird erst mit vollendetem 60. / 62. Lebensjahr aufgelöst, gelten die gleichen steuerlichen Privilegien wie bei Kapitalversicherungen. D.h. es müssen nur 50 % der Erträge zum persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Wird der Vertrag früher gekündigt, beispielsweise mit 50, sind die Erträge voll zu versteuern.

Je nachdem wie hoch die Erträge ausfallen, kann das zu einem unvorteilhaften Steuersatz führen, da die Besteuerung eben zum dann gültigen persönlichen Steuersatz auf einen Schlag erfolgt und die Begrenzung durch die Abgeltungssteuer keine Anwendung findet.

Theoretisch kann es sich trotzdem lohnen. Denn der Staat fordert nur die gewährten Zulagen und Steuervorteile zurück. Die auf diese Vorteile erzielten Zinsen dürfen Sie allerdings behalten, müssen diese eben nur versteuern.

Eine förderschädlliche Verwendung anstelle nachgelagerter Besteuerung kann in wenigen Ausnahmefällen sogar steuerich interessant sein. Maßgeblich hängt das aber natürlich vom jeweils individuellen Steuersatz ab, eine pauschale Aussage ist daher kaum möglich.

Als Alternative zur lebenslangen Leibrente kann man die Möglichkeit zwar im Hinterkopf behalten, kühne Versuche gehebelt durch Zulagen und Steuervorteile die Rendite zu erhöhen funktionieren aber häufig nicht, werden die steuerlichen Aspekte bei dieser Überlegung außen vor gelassen.

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Torsten Breitag
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