Kinderzulage – Ein Teil der Altersvorsorgezulage

Ihre Beiträge zur Riester Rente werden durch die Altersvorsorgezulage und in Abhängigkeit von Einkommen und Eigenbeitrag auch steuerlich gefördert.

Die Altersvorsorgezulage setzt sich wiederum aus der Grundzulage und der Kinderzulage zusammen.

Kinderzulage (185 Euro für Kinder vor 2008 geboren, 300 Euro für Kinder ab 2008 geboren) bekommt jeder förderberechtigte Riester Sparer, wenn im Anspruchszeitraum für das Kind ein Anspruch auf Kindergeld bestand. Genau wie bei der Grundzulage gilt auch bei der Kinderzulage: Den vollen Zulagenanspruch gibt es nur, wenn der jeweilige Mindesteigenbeitrag eingezahlt wurde.

Der Mindesteigenbeitrag berechnet sich auf Basis des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommen (Bruttoeinkommen).

Mindesteigenbeitrag berechnen

  • Vorjahresbrutto / 100 * 4 – Zulagenanspruch = erforderlicher Eigenbeitrag
  • 30.000 Euro / 100 * 4 – 154 Euro Grundzulage – 185 Euro Kinderzulage = 861 Euro

Wenn der Mindesteigenbeitrag negativ ist

Bei niedrigen Einkommen , beispielsweise bei geringfügig Beschäftigten, kann der Mindesteigenbeitrag sehr niedrig oder sogar rechnerisch negativ ausfallen.

  • Beispielsweise: 4800 Euro / 100 * 4 – 154 Euro Grundzulage – 185 Euro Kinderzulage = -147 Euro Mindesteigenbeitrag

In solchen Fällen wird anstatt des rechnerischen Mindeseigenbeitrags der sogenannte Sockelbeitrag vorausgesetzt. Der jährliche Sockelbeitrag ist in Höhe von 60 Euro zu entrichten. Also auch wenn Ihr Mindeseigenbeitrag unter 60 Euro liegt oder gar rechnerisch negativ ist, müssen Sie wenigstens 5 Euro pro Monat an Riester Beiträgen leisten, um den vollen Zulagenanspruch auszuschöpfen.

Kinderzulage beantragen

Die Kinderzulage beantragen Sie genau wie die Altersvorsorgezulage bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvorsorgevermögen. In der Praxis wird dafür ein Dauerzulagenantrag ausgefüllt, der Ihnen von Ihrem Anbieter zur Verfügung gestellt wird. Dadurch entfällt im Regelfall die jährlich erneute Beantragung der Altersvorsorgezulage.

Ändert sich Ihre Fördersituation, entfällt beispielsweise der Anspruch auf Kindergeld oder es wird ein neues Kind geboren, muss diese Veränderung natürlich gemeldet werden.

Für Beamte und Soldaten ist zu beachten, dass diese Personengruppe Ihrer Besoldungsstelle die schriftliche Erlaubnis geben muss, damit das sozialversicherungspflichtige Einkommen an die ZFA automatisch übermittelt werden kann. Das geschieht in der Regel über ein entsprechendes Formblatt, welches bei der Besoldungsstelle zu erfragen ist.

Zuordnung der Kinderzulage

Die Kinderzulage wird grundsätzlich zunächst der Mutter, bzw. dem Kindergeldempfänger zugeordnet. Bei Ehepaaren kann die Kinderzulage auf Wunsch aber auch davon abweichend jedem der beiden Partner zugeordnet werden.

Etwas schwieriger verhält sich die Zuordnung für unverheiratete oder geschiedene Eltern. So erhält automatisch derjenige Elternteil die Kinderzulage, der als erster im Anspruchszeitraum / Kalenderjahr das Kindergeld erhalten hat. Eine davon abweichende Zuordnung der Kinderzulage bei unverheirateten Paaren ist nicht möglich.

Kinderzulage und mittelbare Förderberechtigung

Man unterscheidet bei der Riester Rente zwischen unmittelbar und mittelbar Förderberechtigten. Selbstständige, Freiberufler und Hausfrauen ohne rentenversicherungspflichtiges Einkommen sind beispielsweise grundsätzlich nicht förderberechtigt.

Ist allerdings der Ehepartner unmittelbar förderberechtigt, liegt eine mittelbare Förderberechtigung vor. Mittelbar Förderberechtigt erhalten Ihren Zulagenanspruch, wenn sie den Sockelbeitrag von 60 Euro p.a. in Ihren Vertrag einzahlen.

Eine Hausfrau mit 2 Kindern, geb. nach 2008, hat beispielsweise Anspruch auf 154 Euro Grundzulage und 2x 300 Euro Kinderzulage. Der Anspruch besteht allerdings nur dann, wenn auch der Ehepartner den erforderlichen Mindesteigenbeitrag in seinen Riester Vertrag eingezahlt hat.